Vogelprojekt in der CISS: Ein Auftakt mit vielen "Aha"-Momenten
- Richard Hennig
- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Manchmal beginnt ein neues Kapitel mit einem Fernglas, ein paar Nistkästen und ganz viel Neugier. Genau so war es, als Katharina Hubmann von der LBV-Kreisgruppe Nürnberger Land bei uns im Innenhof den Auftakt zu unserem neuen Vogelprojekt gab – und damit gleich für den ersten großen Erfolg sorgte.

Ein Vormittag voller Vogelwissen
Katharina hatte umfangreiches Equipment im Gepäck und zeigte anschaulich, was im Vogelschutz alles möglich ist – von unterschiedlichen Futterhilfen und Futtersorten bis hin zu Nisthilfen für die verschiedensten Arten. Sie berichtete über die heimische Vogelwelt und stellte anhand von Bildern einige der häufigsten Singvögel vor, die sich auch bei uns im Innenhof blicken lassen.
Besonders spannend fanden die Bewohnerinnen und Bewohner, wie viel sich allein an der Schnabelform eines Vogels ablesen lässt: Sie gibt Hinweise darauf, welche Nahrung für die jeweilige Art überhaupt geeignet ist. Auch die Frage, warum ungeschälte Sonnenblumenkerne für kleinere Vögel schwieriger zu fressen sind als geschälte, wurde anschaulich erklärt – ein kleines Detail mit großer Wirkung für jeden, der künftig selbst füttern möchte.
Für viele Schmunzler sorgte dabei das Wintergoldhähnchen: Wir wissen jetzt, dass es der kleinste Vogel unserer heimischen Vogelwelt ist – und mit seinem auffälligen, leuchtenden Federkleid auf dem Kopf definitiv einer der hübschesten. Es wurden viele Fragen gestellt, gemeinsam Vogelarten besprochen und erste eigene Beobachtungen ausgetauscht. Der Auftakt hat großes Interesse geweckt und richtig Lust auf mehr gemacht.

Aus dem Auftakt wird eine feste Gruppe
Weil das Interesse so groß war, haben wir direkt im Anschluss eine regelmäßige Vogelgruppe ins Leben gerufen. Beim letzten Treffen ging es unter anderem um das Vogelquartett „Fliegende Edelsteine“ von Dominik Eulberg sowie um sein Buch Mikroorgasmen überall – gemeinsam versuchen wir, unser Wissen über die heimische Vogelwelt Schritt für Schritt zu erweitern.
Der Erfolg lässt sich inzwischen auch ganz praktisch beobachten: Mittlerweile können wir mehrere Vogelarten regelmäßig in unserem Innenhof entdecken – Tannenmeise, Kohlmeise, Blaumeise, Hausrotschwanz und Haussperling gehören schon fast zum Alltag. Kürzlich hat uns sogar ein Buntspecht besucht.
Unser Futtersilo, an dem sich viele dieser Gäste versammeln, stammt übrigens aus der Holzwerkstatt Sassen der Lebensgemeinschaft e.V. – ein schönes Beispiel dafür, wie gut sich soziales Engagement und Naturschutz miteinander verbinden lassen.
Warum uns das Vogelprojekt am Herzen liegt
Wir hoffen, dass wir vor allem im Herbst und Winter noch viele weitere heimische Vogelarten in unserem Innenhof begrüßen dürfen. Damit möchten wir nicht nur die Freude an der Natur fördern, sondern auch ganz konkret einen kleinen Beitrag zum Vogelschutz und zu einer guten Umwelt leisten.
Genauso wichtig ist uns aber der Effekt, den das gemeinsame Beobachten auf unsere Gemeinschaft hat: Wer zusammen auf einen Vogel am Futterhäuschen wartet, kommt ins Gespräch, tauscht sich aus und übt sich ganz nebenbei in Geduld und Achtsamkeit. Ein regelmäßiger Blick in den Innenhof, verlässliche kleine Rituale, das Gefühl, für etwas Verantwortung zu übernehmen – all das kann für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ein echter Mehrwert sein, weit über das reine Vogelwissen hinaus.
Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Beobachtungen – und auf alles, was uns die Vogelwelt in den kommenden Monaten noch zeigen wird.



Kommentare