Danke, Inge! – Ein Abschied mit Nadel und Faden und einem herzlichen Dankeschön
- Richard Hennig
- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Manchmal sind es die stillen Stunden, die am lautesten nachklingen. Die Stunden, in denen Menschen, die sich vielleicht noch nicht so gut kennen, ins Gespräch kommen. Genau das hat Inge zuletzt ermöglicht – mit ruhiger Hand, viel Geduld und einem Herzen, das für die Menschen da ist.
Nach langjährigem ehrenamtlichem Engagement beim CISS e.V. hat Inge nun ihren Abschied genommen. Was sie zurücklässt sind Geschichten, Momente und Begegnungen – und nicht zuletzt Menschen, denen sie geholfen hat, Neues zu entdecken und etwas mit den eigenen Händen zu schaffen.
Kultur und Geschichte hautnah erlebt
Neben der Nähgruppe, hat sie den Bewohnerinnen und Bewohnern auf ganz andere Weise Nürnberg nähergebracht: mit regelmäßigen Ausflügen zu Museen und Kirchen der Stadt. Gemeinsam wurden Ausstellungen besucht, Kunstwerke betrachtet und historische Gebäude erkundet – für viele Bewohnerinnen und Bewohner oft die erste Gelegenheit, die Kultur und Geschichte ihrer neuen Heimat unmittelbar zu erleben.
Diese Ausflüge waren weit mehr als reine Besichtigungen. Sie schufen Gesprächsanlässe, weckten Neugier und gaben den Menschen das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein – ein erster Schritt, sich in Nürnberg zuhause zu fühlen.
Nähen als Brücke zwischen Menschen
Inges Alleinstellungsmerkmal im ehrenamtlichen Engagement war die Nähgruppe – und auch dort entstand schnell viel mehr als ein praktischer Kurs. Sie wurde zu einem Ort der Begegnung. Hier saßen Menschen aus unterschiedlichsten Lebenssituationen gemeinsam an einem Tisch – und lernten voneinander. Einer näht ein gerissenes Hosenbein, eine andere flickt ihr Lieblingstuch, wieder jemand wagt sich zum ersten Mal an eine Nähmaschine.
Inge war dabei immer mehr als eine Kursleiterin. Sie war Ansprechpartnerin, Motivatorin und manchmal einfach nur eine ruhige Präsenz, die Sicherheit gab.
Kleine Gesten, große Wirkung
Ein Bild sagt viel: Ein Bewohner sitzt konzentriert an der Nähmaschine und näht die offene Naht seines Kopfkissens zu. Eine kleine Aufgabe – und doch ein Moment echter Selbstwirksamkeit. Zu sehen, dass man etwas reparieren kann, dass man nicht aufgeben muss, wenn etwas kaputt geht: Das ist eine Erfahrung, die weit über den Stoff hinausgeht.
Solche Momente hat Inge immer wieder geschaffen – ob bei einem Museumsbesuch oder an der Nähmaschine. Ohne großes Aufheben, ohne Erwartung an Dank. Einfach weil es ihr wichtig war.
Von Herzen: Danke, Inge!
Wir beim CISS e.V. sind unendlich dankbar für alles, was Inge über die Jahre gegeben hat – ihre Zeit, ihre Energie, ihre Wärme. Ob bei Ausflügen zu Kultur und Geschichte oder beim gemeinsamen Nähen: Inge hat immer Brücken gebaut. Ehrenamt ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist ein Geschenk. Und Inge hat dieses Geschenk über viele Jahre großzügig geteilt.
Wir wünschen ihr von ganzem Herzen alles Gute und hoffen, dass sie weiß, wie viel Gutes sie bewirkt hat.
Ehrenamtliches Engagement – bist du dabei?
Inges Abschied hinterlässt eine Lücke – und eine Chance. CISS e.V. sucht neue ehrenamtliche Personen! Du musst keine Schneidermeisterin oder kein Schneidermeister sein. Was zählt, ist die Freude am Handwerk, die Offenheit für Menschen und die Bereitschaft, etwas von sich zu geben.
Was dich erwartet: Menschen, die sich freuen, wenn jemand einfach da ist.
Wenn du Interesse hast oder einfach mehr wissen möchtest, melde dich gerne direkt bei uns. Wir freuen uns auf dich!
Wende dich einfach an: Kate Grabowski ehrenamt@ciss-ev.de









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