Ackern macht Sinn
- Richard Hennig
- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Manche Projekte tun einfach gut: Sie bringen frischen Wind in den Alltag, schaffen Raum für neue Erfahrungen und lassen gemeinsam etwas Handfestes entstehen. Das Projekt bei Feldfreunde Nürnberg ist genau so eines.
Seit nunmehr zwei Jahren bewirtschaftet die CISS e.V. eine eigene Parzelle auf dem Gemeinschaftsfeld von Feldfreunde Nürnberg. Der Name unseres Beetes? Passend wie selten: „CISS e.V. – Hier macht Ackern Sinn.“ Und das tut es wirklich.
Was ist 'Feldfreunde Nürnberg'?
Feldfreunde ist ein Konzept urbaner Landwirtschaft: Einzelpersonen, Familien, Gruppen und Vereine pachten Parzellen auf einem gemeinsamen Feld und bewirtschaften sie eigenverantwortlich. Die Grundidee: zurück zur Erde, raus aus dem Kopf, rein ins Tun.
Für CISS e.V. ist diese Form des Gärtnerns mehr als ein Freizeitangebot. Sie verbindet körperliche Aktivität mit Tagesstruktur, Naturerfahrung mit Teamarbeit – und am Ende der Saison steht im besten Fall etwas Essbares auf dem Tisch, das man selbst angebaut hat.
Wöchentlich raus – und rein ins Unkraut
Seit dem Start der Saison fährt die CISS-Gruppe wöchentlich auf die Parzelle. Und wer denkt, Gärtnern sei entspannte Beschaulichkeit, lernt schnell: Das Unkraut kennt keinen Feiertag. Es wächst unermüdlich, hartnäckig und mit einer fast schon bewundernswerten Ausdauer.
Doch der wöchentliche Kampf gegen Beikräuter hat auch etwas Meditatives. Man hockt in der Erde, die Hände arbeiten, der Kopf kommt zur Ruhe. Schritt für Schritt wird das Beet, was es sein soll: ein gepflegtes Stück Land, auf dem Neues wachsen kann.
Erdnüsse und Edamame – zwei Highlights im Beet
Besonders stolz ist die CISS-Gruppe auf zwei eher ungewöhnliche Beet-Bewohner: Erdnüsse und Edamame – also japanische Sojabohnen, die man frisch gegart direkt aus der Schote nascht.
Erdnüsse im Nürnberger Stadtgebiet anzubauen klingt exotisch – und das ist es auch. Die Pflanze bildet ihre Früchte unterirdisch. Wer noch nie selbst Erdnüsse ausgegraben hat, wird staunen: Die ganze Pflanze wird aus dem Boden gezogen, und an den Wurzeln hängen die fertigen Hülsen. Ein echter Aha-Moment – und eine Ernte, die man sich wirklich verdient hat.
Edamame hingegen sind etwas genügsamer. Sie wachsen buschig und kräftig, und wenn die Schoten prall und sattgrün sind, ist der beste Genuss denkbar simpel: kurz kochen, salzen, direkt aus der Schote essen. Gesund, lecker und komplett selbst angebaut.
Die Ernte als Ziel – und als Sinnbild
Die Ernteerfolge reichen bis in den Oktober. Woche für Woche gibt es etwas zu tun, zu beobachten, zu ernten. Mal ist es ein Bund Radieschen, mal sind es die ersten reifen Edamame-Schoten, und irgendwann – Geduld vorausgesetzt – die selbst gezogenen Erdnüsse.
Aber in dem Gartenprojekt wachsen nicht nur Gemüse und Pflanzen: Wer regelmäßig auf die Parzelle fährt, übernimmt Verantwortung für etwas, das auf Pflege angewiesen ist. Man erlebt, dass Einsatz und Zeit zu sichtbaren Ergebnissen führen. Und man macht das gemeinsam – so wird aus einem Gartenbeet auch ein Ort gelebter Gemeinschaft.
Wir berichten weiter, was bis Oktober noch wächst – auf dem Feld und darüber hinaus. Bleibt gespannt!















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